Gegen die Zusammenlegung von Ortsräten

Marco Meiners vertritt als Ortsbürgermeister mit Hattorf und Heiligendorf zwei sehr unterschiedliche Ortschaften

Marco Meiners sitzt vor der künftigen Kita-Baufläche in Hattorf. Fotos: Andreas Stolz

Hattorf/Heiligendorf. Seit 2016 ist Marco Meiners Ortsbürgermeister von Hattorf-Heiligendorf. Bekannt, und ein Ansprechpartner für die Bewohner beider Ortsteile, war der FDP-Politiker aber schon zuvor.

Meiners war Ortsratsmitglied und von 2006 bis 2011 zudem stellvertretender Ortsbürgermeister.
Aber das Amt des Ortsbürgermeisters, so hat der Politiker erfahren, hat dann doch eine größere Dimension.
„Ich bin seither deutlich häufiger Ansprechpartner für die Bevölkerung vor Ort“, resümiert Marco Meiners. „Außerdem bin ich, durchs Amt, die erste Anlaufstelle für die Verwaltung der Stadt Wolfsburg.“
Dass jene solche Gespräche hin und wieder nutzt, um Fakten zu schaffen, ist ein Umstand, der Meiners ein Dorn im Auge ist.

„Wenn ein Sachverhalt zu klären ist, heißt es manchmal, das sei mit dem Ortsbürgermeister schon abgesprochen.
Das ist jedoch nicht mein Demokratieverständnis. Entscheidungen gehen alle Vertreter der Bürger im Ortsrat etwas an.
Ein Ortsbürgermeister ist in meinen Augen mehr Repräsentant als Entscheidungsträger.“
Meiners repräsentiert zwei Ortsteile. Eine Aufgabe, mit der er zurechtkommt, die aber nicht immer einfach ist.
Anders als in den Ortsräten der Stadt, ob Mitte-West, Nordstadt oder Detmerode, habe jeder der historischen Ortsteile eine unterschiedliche, historische Sozialstruktur.

„Das sind ganz eigene Konstrukte“, sagt Meiners. Da komme ein ehrenamtlicher Bürgermeister an die Grenze seiner Kapazitäten. Deshalb sei er gegen eine weitere Zusammenlegung der Ortsräte, wie sie von der Verwaltung des Öfteren angedacht worden sei.
Was Hattorf und Heiligendorf angeht, zeigt Marco Meiners große Kontraste auf. Nach seiner Ansicht harrt das, was in Hattorf auf gutem Wege ist, in Heilgendorf noch seiner Realisierung und liegt im Argen.

Zum Positiven: Hattorf hatte eine schlecht angewählte Grundschule, die Schließung drohte. Durch die Initiative von Bürgervertretern und Bewohnern wurde der Standort gehalten, Hattorf und Heiligendorf bilden eine schulische Verwaltungseinheit und sind als Lernort gefragt.

Wobei die Heiligendorfer 2020 an die Kapazitätsgrenze stoßen könnten. „Ich rechne damit, dass dann erstmals nicht alle Grundschüler dort aufgenommen werden können und es zum Losverfahren kommt“, erklärt Marco Meiners.
Dass auf dem Brache-Areal an der „Plantage“ in Hattorf bald Baubeginn für eine Kindertagesstätte sein wird, freut den Ortsbürgermeister ebenso wie die Aussicht, dass die Freiwillige Feuerwehr ein neues Domizil erhalten wird.

Dazu die rechtzeitig vor der kommunal knappen Kassenlage sanierte Mehrzweckhalle: Das lässt optimistisch in die Zukunft blicken. Schön wär’s allerdings, wenn die Krugstraße endlich für den Lastwagenverkehr gesperrt würde, meint Meiners und spricht damit einen verkehrstechnisch wunden Punkt in Hattorf an.
Den Blick nach Heiligendorf gerichtet. Ein neues Feuerwehrgebäude steht seit langem auf der Agenda.
Dort wird es erst einmal bleiben. Die Haushaltslage gibt eine bauliche Realisierung der Pläne derzeit nicht her.
Ebenso steht es um die Sanierung der angrenzenden Mehrzweckhalle.

Dass angesichts der Neubau-Gebiete dringlich Kita- Plätze geschaffen werden müssten, steht für den Ortsbürgermeister außer Frage. Hier sieht er die mögliche Realisierung etwas optimistischer.
Als erfreulich bezeichnet Marco Meiners die Absicht des Hospizvereins Wolfsburg, in Heiligendorf ein Hospizhaus zu errichten. „Die Bewohner des Ortsteils begrüßen den Plan“, erzählt der Ortsbürgermeister. „Das zeigte die positive Reaktion auf den Vortrag, den Geschäftsführer Lucas Weiß hier bei uns gehalten hat“, erläutert der Ortsratschef.

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