„Bürgernähe wird hier super gelebt“

Ira von Steimker spricht in unserer NW-Serie über den Straßenverkehr und das Sportgelände in Hehlingen

Ira von Steimker vor dem Hehlinger Roland. Foto: Andreas Stolz

Hehlingen. Der Ortsrat Hehlingen ist mit sieben Mitgliedern das kleinste dieser Bürgervertretungsgremien in Wolfsburg.

Die Zahl der Einwohner, um deren Belange sich diese ehrenamtlichen Politiker kümmern, ist mit 1.800 im Vergleich der Ortsräte ebenfalls die Geringste. Was nicht heißt, dass es weniger Aufgaben für Ortsratsmitglieder gibt.

Ortsbürgermeisterin Ira von Steimker (CDU), die seit 2011 im Amt ist, findet diese Ausgangsbedingungen gar nicht mal so schlecht. „Diese Überschaubarkeit bedeutet auch, dass Bürgernähe hier super gelebt werden kann. Der direkte Draht und Kontakt zu Bewohnerinnen und Bewohnern ist gegeben.“

Sowohl im Allgemeinen als auch im speziellen Fall.
Denn die Ortsbürgermeisterin hat in Bezug auf Bekanntheit, Ortskenntnis und Kontakte einen Pluspunkt: Sie ist in Hehlingen aufgewachsen. So dass mitunter das Telefon klingelt und der Dialog in etwa so beginnt oder endet:
„Kümmer dich mal drum, du bist doch von hier.“

Dieser Aufgabe kommt sie seit sieben Jahren engagiert und, wie sie sagt, „immer noch mit Freude nach.“
Das liege unter anderem in der sehr guten Zusammenarbeit der Ortsratsmitglieder begründet, äußert von Steimker.
„Da geht es um die Sache, und keiner, ob CDU, SPD oder PUG, will dem anderen eins auswischen.“

Wo der Schuh drückt, da muss in Hehlingen – wie in vielen anderen Ortsteilen – nicht lange nachgedacht werden.
Es ist der dichte Verkehr, und das hauptsächlich zu den Stoßzeiten Schichtbeginn und -ende bei Volkswagen.
Außerdem haben Messungen ergeben, dass alle sechs Minuten ein Lkw die enge Hauptverkehrsstraße durch Hehlingen, ob in Richtung Wolfsburg oder entgegengesetzt nach Helmstedt, durchquert.
Eine Gesamtsituation, bei der rasche Abhilfe nicht in Sicht ist.

„Die Verwaltung unterstützt uns bei den Ansätzen, die Verkehrsdichte zu verringern, sehr“, erläutert die Ortsbürgermeisterin. „So wird beispielsweise im Falle von Staus die Ausweichroute über Hehlingen nicht mehr als Empfehlung ausgewiesen.“ Zudem, auch in diesem Punkt zeigt sich von Steimker zufrieden: Die Reduzierung auf Tempo 30 durchzieht den gesamten Ort. „Das ist ein Goodwill der Stadt“, weiß die Politikerin.

Sorgen macht der Ortsbürgermeisterin auch das Sportgelände. Der TSV Hehlingen verfügt nur über ein wettkampfgerechtes Rasen-Fußballfeld und einen halb so großen Trainingsplatz.
Zu wenig für einen Bezirksligisten, zu dem noch eine zweite Männermannschaft und Jugendteams gehören.
Das Problem potenziert sich, weil das Funktionsgebäude mit zwei Umkleidekabinen viel zu klein ist.

„Die 1. und die 2. Mannschaft können deswegen nicht einmal nacheinander Punktspiele austragen“, weiß Fußballfan von Steimker. „Außerdem gibt’s keinen Schiedsrichterraum. Die Unparteiischen müssen sich in einem abgetrennten Teil des Kassenhäuschens umziehen.“ Abhilfe müsse her.

Positiv sei zumindest, dass die Mitglieder der „Zweiten“ in Eigenregie die Kabinen im Funktionsgebäude saniert und das Häuschen mit frischer Farbe versehen hätten. Womit man an einem Punkt angelangt ist, den die Ortsbürgermeisterin als Kennzeichen aller Hehlinger heraushebt: „Sie pflegen eine sehr, sehr gute Gemeinschaft und ein reges Vereinsleben mit vielen Festen.“

Sich dort einzubringen, ist Ira von Steimkers Wunsch an Neubürger. „Sie würden mit offenen Armen empfangen“, sagt sie.
Und dann ist da noch der Hehlinger Wasserpark, entstanden auf dem Gelände des ehemaligen Freibads.
„Ein tolles Ausflugsziel mit der Atmosphäre von Wasser, Sand und Strand“, meint die Politikerin über den Park.

Der wird, so wie in diesem Jahrtausendsommer, auch von den Bewohnern des Ortsteils gern genutzt.
Einen kleinen Wermutstropfen benennt Ira von Steimker, die Mutter zweier Töchter im Alter von 4 und 6 Jahren, mit Blick auf die Wasserlandschaft dennoch: „Der Teich ist nur 30 Zentimeter tief und gut zum Plantschen für die Kinder. Aber für die Erwachsenen gibt es bei Hitze nicht einmal eine Dusche zum Abkühlen.“

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