Der Schwimmlehrer der Flüchtlinge

Günter Schütte nimmt in seinem Ehrenamt Nichtschwimmern die Angst vor dem Wasser

Mann mit Hut: Günter Schütte nimmt ehrenamtlich Sportabzeichen ab. Foto: Andreas Stolz

Wolfsburg. Montags, am frühen Abend, war und ist er im Frühjahr und Sommer meistens im Stadion am Fallersleber Windmühlenberg zu finden.

Günter Schütte ist ehrenamtlicher Sportabzeichenabnehmer.
Zu seiner Motivation sagt der inzwischen pensionierte Sportlehrer an der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule:
„Ich war immer mit Leib und Seele Sportpädagoge. Vor allem Leichtathletik und Schwimmen habe ich sehr gern unterrichtet, und jetzt führe ich das auf ehrenamtlicher Basis weiter.“

Womit der Fokus – weg von der Leichtathletik am Windberg – nun hin zum Schwimmen gerichtet wird.
Schütte ist seit Jahren Schwimmlehrer für Migranten.

Er erzählt: „Mein Engagement für Flüchtlinge geht auf meine soziale Ader zurück, und auf die vielen internationalen Kontakte, die ich zeitlebens hatte. Nun kommen die Menschen zu uns und ich kann ihnen helfen. Was mir Spaß macht und wodurch neue Freundschaften entstehen.“

Wissend, dass die Migranten von der gefährlichen Passage in Booten übers Mittelmeer traumatisiert sind, begann Schütte, sie in Schwimmkursen wieder ans Wasser zu gewöhnen. Und ihnen dabei die angstfreie Fortbewegung im Wasser zu unterbreiten.

Weil Günter Schütte weiß, dass nicht nur Migranten, sondern beispielsweise auch Grundschüler alarmierende Defizite beim Schwimmen haben, begann er 2013 im Freibad Fallersleben mit seiner schwimmpädagogischen Tätigkeit zum Nulltarif.

Seit dem Jahr 2015 bildete der Ex-Lehrer Nichtschwimmer an der Grundschule Fallersleben in regulärem Schwimmunterricht aus. Schütte ergänzt: „Seit Herbst 2016 unterrichte ich regelmäßig, inzwischen im Kurssystem. Inzwischen auch im Hallenbad Sandkamp.“

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