Neue Kita hat zu wenig Kapazitäten

Siegfrid Leu spricht im letzten Teil unserer Ortsbürgermeister-Serie über zahlreiche Neubauten in Wendschott

Der Ortsbürgermeister Siegfrid Leu ist stolz, dass mit dem Anbau der Grundschule bald ein zweizügiger Unterricht möglich ist.   Andreas Stolz

Wendschott. Mit zwei Amtsjahren gehört der 62-jährige Siegfrid Leu zu den „Youngstern“ der Wolfsburger Ortsbürgermeister-Riege. Politische Erfahrung hatte das CDU-Mitglied jedoch vorher schon gesammelt. Insgesamt sitzt er bereits zwölf Jahre im Wendschotter Ortsrat.

Neben seinen politischen Tätigkeiten ist Leu auch im Vereinsleben engagiert. Er war es, der mit dem WSV Wendschott den Bundesliga-Frauenfußball nach Wolfsburg holte, nach der Ära Wendschott wurde der VfL Wolfsburg zur leistungssportlichen Hochburg der Kickerinnen.

Blickt er auf seine Funktion als Ortsbürgermeister, hebt Leu hervor, dass es kein Amt sei, das man mal so nebenbei machen könne. „Ich bin wegen meiner vielen Termine, die sind zum Teil auch vormittags, froh, jetzt im Vorruhestand zu sein“, berichtet der Wendschotter. Was ihn freut: „Dass wir hier ein sehr intaktes Dorf- und Vereinsleben haben“, äußert der Ortsbürgermeister.

Aber er haut auch Wünsche für die Zukunft: „Dass sich die Neubürger, zum Beispiel aus dem Gebiet Wildzähnecke, noch mehr als bisher an Festen und den Vereinsaktivitäten beteiligen.“
Als positiv sieht es der Politiker an, „dass wir in Wendschott den Neubau einer Kindertagesstätte erhalten.“ Ende September, beim Interview mit der Neuen Wolfsburger, war die Bautätigkeit rund um die Kita, sie sollte eigentlich schon am 1. Oktober eröffnet werden, noch sehr rege. Aber im Lauf des Monats soll es noch klappen. „Ich freue mich“, sagte Leu, „aber einen Wermutstropfen gibt es bei solchen Neu-Bauten in Wendschott immer.“ Diesmal ist es, dass der von der Arbeiter- Wohlfahrt betriebene Kindergarten, zu wenig Kapazitäten habe. „Schon vor der Eröffnung übersteigt die Zahl der Anmeldungen jene der vorhandenen Plätze“, merkt Leu an. Viele der Jungen und Mädchen, die diese Kita besuchen sollen und sollten, wohnen in dem Neubaugebiet Wildzähnecke.

Auch mit dem Bau einer neue Sporthalle auf dem Areal des WSV ist der Ortsbürgermeister nicht so recht glücklich. Es sei richtig, dass eine neue Halle gebaut werde. Aber die biete den Nutzern nur ein Feld, und das sei außerdem mit 30 mal 17 Metern für viele Ballspiele zu klein. „Da hätte man besser noch zwei Jahre gewartet, Geld angespart und dann eine größere Halle gebaut“, meint Leu.

Ohnehin müsste bei der Investitionen in Bauten und Infrastruktur im Auge behalten werden, dass die Zahl von 3.500 Bewohnern in Wendschott im Laufe der kommenden fünf Jahre auf 5.000 steigen könnte, so der Lokalpolitiker.
Positiv vermerkt er, dass auf dem Areal neben der neuen Kindertagesstätte ein Gebäudekomplex entstehe, in dem sich unter anderem Arztpraxen und Seniorenwohnungen befinden werden. Als „sehr gut“ stuft Leu die Anbindung seines Orts an den öffentlichen Personennahverkehr ein. Zudem nennt er den gerade entstehenden Anbau für die Grundschule als weiteren Pluspunkt in der Wendschotter Entwicklung. Dort könne künftig zweizügig unterrichtet werden.

^