Der Becher ist der Star des Abends

Beim Forum Wirtschaft der Sparkasse und WMG stellten sich die Recup-Gründer vor

Gruppenbild mit Becher: Frank Krämer (von links), Dennis Weilmann, Florian Pachaly, Fabian Eckert, Jens Hofschröer und Klaus Lüdiger (Vorstand Sparkasse).  Lotta von Rutenberg

Nordstadt. Am Anfang stand die Vision, es müsste angesichts des Coffee-to-go-Booms einen Mehrwegbecher geben, um den aufkommenden Müllberg zu reduzieren. Das war der gedankliche Beginn von „ReCUP“. Es ist das deutschlandweite Pfandsystem für wiederverwendbare Kaffeebecher.

In den Städten der beiden Visionäre Fabian Eckert (29) aus München und Florian Pachaly (23) aus Rosenheim kamen sie zunächst auf den Markt. Seit August 2018 sind in Wolfsburg Volkswagen, die Autostadt und die WMG mit von der „Mehrweg-Partie.“ Am Montagabend, beim 6. Forum Wirtschaft der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg und der WMG, betonten die Veranstalter die Bedeutung des ökologischen Engagements der Recup-Initiatoren.
Frank Krämer, Direktor bei der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg, sagte bei der Begrüßung: „Der Fortbestand des Ökosystems erfordert, dass wir es künftig anders machen. Die beiden Unternehmensgründer haben eine tolle Idee.“ Existenzgründung und begleitende Unterstützung von Gründern sei auch ein Kernthema seines Geldinstituts, so der Banker.
WMG-Geschäftsführer Dennis Weilmann betonte: „Um Zukunftsthemen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit angehen zu können, benötigt es kreative Ideen und engagierte, mutige Köpfe. Auch etablierte Unternehmer können von den zukunftsweisenden Ideen junger Gründer profitieren und finden im Forum Wirtschaft eine attraktive Plattform.“
So sehen das auch drei „Altgediente“ aus Wolfsburgs Gastronomie. Elmar Engisch, Wolfgang Strijewski und Heinz Schmidt äußerten über ihre Teilnahme an der Veranstaltung: „Es ist eine sehr gute Möglichkeit, um ins Gespräch zu kommen und außerdem im Sinne künftiger, kurzer Wege Netzwerke aufzubauen.“

Die Recup-Erfinder erinnerten sich an den Start-Tag. „Er war ziemlich turbulent, dieser 16. September 2016. Wir mussten zum Gewerbeamt und waren anschließend bei der Sparkasse und haben um ein Sponsoring gebeten. 5000 Euro haben wir dann für unser Marketing erhalten.“
An der Universität waren den Ex-Studenten die übervollen Abfallkörbe mit Plastikbechern ständig aufgefallen. In ihrem Vortrag nannten Fabian Eckert und Florian Pachaly Zahlen zum Getränke-Einweg: „Es geht hier um 2,8 Milliarden Plastikbecher, die anfallen. Das sind 320 000 am Tag.“
Mit Recup wollten die Gründer der Ressourcenverschwendung den Kampf ansagen. Das junge Unternehmen boomt, so wie es zuvor der Kaffee zum Mitnehmen getan hatte. Aus 2 sind inzwischen 23 Leute geworden, die das Recup-System verbreiten und weiterentwickeln.

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